Die zentrale Idee hinter Kreis war es, ein soziales Netzwerk zu entwerfen, das nicht auf Reichweite, Likes oder die Anerkennung von Fremden ausgelegt ist. Statt öffentlicher Kennzahlen und Followern stehen persönliche Verbindungen im Mittelpunkt. Kreis soll kein Ort sein, an dem Inhalte um Aufmerksamkeit konkurrieren, sondern ein privater Raum für Menschen, die sich auch im echten Leben nahestehen.
Deshalb verzichtet die App bewusst auf klassische Mechanismen sozialer Netzwerke. Es gibt keine öffentlich sichtbaren Likes, keine Follower, keine Nutzernamen und keine offene Suchfunktion. Außerdem soll die Nutzung der App nur natürlichen Personen vorbehalten sein. Neue Kontakte entstehen nicht über Reichweite und Algorithmen, sondern über physische Nähe: Entweder durch bereits vorhandene, gemeinsame Freunde oder dadurch, dass sich zwei Personen im selben Raum miteinander verbinden. So soll Interaktion natürlicher sein als bei Plattformen, auf denen jeder jeden suchen und finden kann.
Ein zentrales Gestaltungselement sind die sog. PostCards: Sie bilden einen kartenförmigen Rahmen für Inhalte unterschiedlicher Art wie z.B. Bilder, Videos, Umfragen, Termine, Orte oder Empfehlungen. Die Karten sollen sich wie physische Objekte anfühlen und lassen sich per Swipe-Gesture vergrößern und bewegen, sowie auf die Rückseite drehen, wo Kommentare und Reaktionen sichtbar werden. Dadurch entsteht ein einheitliches visuelles System, das trotzdem individuell und persönlich wirkt.
Auch die Struktur der App folgt diesem Gedanken. Der Feed ist chronologisch aufgebaut, ohne kuratierenden Algorithmus, endloses Scrollen oder irrelevante Beiträge von Fremden. Neben dem heutigen Tag können vergangene Tage und anstehende Ereignisse aufgerufen werden. So funktioniert Kreis nicht nur als soziales Netzwerk, sondern auch als eine Art persönliches Tagebuch, in dem Erinnerungen aller Art einen Platz finden.
Schon als Jugendlicher habe ich mit
triangles.co
einen ersten Versuch gestartet, ein eigenes soziales Netzwerk zu entwickeln. Einige Ideen, wie das kartenbasierte Design und die Nutzung von Karten als Rahmen für unterschiedliche Inhalte, habe ich beibehalten.